Der Landseer

 

 



Das ist Asterix-Janosch vom Köllerhof. Gute Manieren, fotogen und sehr, sehr nett! 
Wir hatten bereits das Vergnügen.


Hunter vom Münchner Land -  zufällig auf der Straße getroffen. Hunter wohnt ganz in der Nähe.

Vroni von der Wasserburg - äußerst nett. Wir hatten die Ehre auf der Clubschau in Wittingen 2003.


Und hier sind einige wunderschöne Landseer, die wir gern einmal kennen lernen würden:


Chip vom Nebelwald



 

 

Landseer sind in Deutschland derzeit mit etwa 3000 Exemplaren eher zu den seltenen Vertretern der Hundewelt zu zählen. 2002 gab es in Deutschland 293 Landseer-Welpen. Zum Vergleich: 1.730 Golden Retriever, 20.353 Deutsche Schäferhunde, 8.070 Dackel...

Es ist anzunehmen, dass der Landseer, dessen Ursprungsland mit Neufundland angegeben wird, dennoch von Hunden der "alten" Welt abstammt. Baskische Walfänger überwinterten als Erste im nördlichen Teil Neufundlands. Es ist wahrscheinlich, dass sie von großen nordspanischen Hunden begleitet wurden, die im Frühjahr häufig zurückgelassen wurden. Haben möglicherweise Landseer und Pyrenäenberghunde gemeinsame Vorfahren?

Ab Mitte des 17.Jahrhunderts brachten Seeleute wie zum Beispiel später der Steuermann der "Lydia" Paul Pry die ersten Exemplare dieser mächtigen weiß-schwarzen Hunde aus Neufundland mit zurück nach England. Der "Newfoundland Dog"  stieg zum Hund des Bürgertums und des Adels auf. Die damalige Beliebtheit der Rasse lässt sich auch durch die zahlreichen, in der ersten Hälfte des 19.Jahrgunderts entstandenen Darstellungen dieser Hunde auf Gemälden belegen. 

Einer der bekanntesten Tiermaler dieser Zeit, Sir Edwin Landseer, schuf zahlreiche Kunstwerke von diesen edlen Hunden, darunter 1831 auch eines seiner wohl bekanntesten Bilder "A Distinguished Member of the Humane Society".  Die Geschichte zu diesem Hund habe ich von der Homepage von Anja Brandenburg-Blanke  (ihre HP ist sehr schön und ausgesprochen informativ, unbedingt ´mal ansehen).

"Paul Pry war Steuermann auf der "Lydia". Zweimal zog ihn sein Hund aus stürmischer See, das erste Mal gerade noch rechtzeitig, das zweite Mal nicht. Paul Pry war tot. Seitdem lebte "Paul Pry's Hund" allein im Hafen. Er lag auf der Kaimauer, wartete, rettete "Schiffbrüchige". Die britische Lebensrettungsgesellschaft ernannte ihn zum Ehrenmitglied und sorgte für sein "tägliches Brot".

Der Newfoundland Club of America zeigt auf seiner Homepage einen Scan von diesem Gemälde in seiner restaurierten Form. Dazu gibt es Erklärungen zur Entstehung des Bildes. Hier ist der Link dorthin:

         

Die Darstellungen Sir Edwin Landseers steigerten die Bekanntheit der Tiere so sehr, dass die Rasse schließlich nach ihm benannt wurde. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts kamen die schwarzen Neufundländer stärker in Mode und die Landseerzucht ging teilweise in der Neufundländerzucht auf. Erst mit Beginn des letzten Jahrhunderts wurde auf dem europäischen Festland der Landser wieder rein gezüchtet, weshalb die heute als Landseer bekannte Rasse oft den Zusatz "ECT" (European Contintental Type = Kontinental-europäischer Typ) trägt.  

Seine vielen hochgeschätzten Eigenschaften kann der Landseer nur entfalten, wenn er in engem Kontakt mit seiner Familie lebt. Er ist stets bemüht, seine Zuneigung auf alle Familienmitglieder gleichmäßig zu verteilen. Für Kinder ist er ein Spielgefährte mit einer fast unerschöpflichen Geduld. Auch im Umgang mit Haustieren ist er gutmütig. Das Wichtigste für den Landseer ist ein fester Platz in seiner Familie - er will überall dabei sein und alles mitmachen. Das Schlimmste für einen Landseer ist, von den Aktivitäten seiner Leute ausgeschlossen zu werden. 

Im Wasser ist der Landseer in seinem Element. Der angeborene Instinkt alles aus dem Wasser zu bergen was sich dort befindet, hat schon vielen Menschen das Leben gerettet. Zwischen seinen Zehen befinden sich Schwimmhäute, er ist ein leidenschaftlicher Schwimmer und ein genialer Wasserrettungshund.

Für eine Zwinger- oder Kettenhaltung ist der Landseer überhaupt nicht geeignet. Ideal zur Haltung eines Landseers ist ein Haus mit eingezäuntem Garten, wo sich der Hund frei bewegen kann und er überall Zutritt hat. Bei seinen täglichen Spaziergängen ist er ein aufmerksamer Begleithund, der keinen Jagdtrieb entwickelt. Er ist ein angenehmer und ruhiger Haushund, der nicht ohne Grund bellt. Gäste des Hauses begrüßt er freundlich. Fremden gegenüber verhält er sich wachsam und reserviert.

 

STANDARD: LANDSEER, Kontinental-Europäischer Typ  
(einige Auszüge - wer es ganz genau wissen will, wird im Internet beim VLD oder beim DLC fündig)

Allgemeine Erscheinung:
Der Landseer soll den Eindruck eines großen, starken, harmonisch gebauten Hundes hervorrufen. Er steht, was speziell den Rüden anbetrifft, auf verhältnismäßig höheren Läufen als der schwarze Neufundländer...

Behaarung und Farbe:
Die Behaarung soll mit Ausnahme des Kopfes lang, möglichst schlicht und dicht sein, sich fein anfühlen lassen, durchsetzt mit Unterwolle, diese nicht so dicht wie beim schwarzen Neufundländer... 
Die Grundfarbe des Haares ist ein klares Weiß mit zerrissenen schwarzen Platten auf der Rumpf- und Kruppenpartie. Der Hals, die Vorbrust, der Bauch, die Läufe und die Rute müssen weiß sein. Der Kopf ist schwarz. Als Zuchtfestigung gilt eine weiße Schnauzenpartie mit einer weißen, symmetrischen, nicht zu breiten, durchgezogenen Blesse...

Kopf:
Der Kopf soll breit und massig, das Hinterhauptbein gut entwickelt sein. Es sei ein deutlicher Stirnabsatz vorhanden, jedoch nicht so ausgeprägt und so steil wie beim Bernhardiner... 
Lefzen trocken, die oberen die unteren leicht deckend, diese möglichst straff, nicht geifernd. Kopfmodellierung markant geprägt, aber edel im Ausdruck, mit mäßig entwickelten Backen, welche allmählich in die Schnauzenpartie überlaufen. Nasenspiegel und Lefzen schwarz pigmentiert...

Augen:
Mittelgroß, mäßig tief liegend, braun bis dunkelbraun, hellbraun darf toleriert werden, mit freundlichem Blick, Lidspalte mandelförmig, Lidbindehaut nicht sichtbar...

Vorderhand:
Starke, von der Schultergegend kommende Muskelmassen umlagern den kräftigen Oberarmknochen, dem sich unter richtiger Winkelung die mächtigen Knochen des vollkommen geraden Laufes, dieser gut bemuskelt, anschließen. Die Ellenbogen liegen dem tiefsten Teil des Brustkorbes gut an, stehen ziemlich hoch und sind genau nach rückwärts gerichtet. Der ganze Lauf ist bis zum Sprunggelenk leicht befedert.

Hinterhand:
Die ganze Hinterhand soll kräftig sein. Die Hinterläufe müssen durchwegs frei bewegt werden, sie sollen starke Knochen haben, die von kräftigen Muskeln überlagert sind, so dass besonders die Oberschenkelpartie breit entwickelt ist. Die Hinterläufe sollen mäßig befedert sein...

Pfoten:
Groß und gut geformt, sogenannte Katzenpfoten. Gespreizte oder nach außen gedrehte Pfoten sind zu beanstanden. Die Zehen sollen durch starke Schwimmhäute bis ziemlich weit zur Zehenspitze verbunden sein.

Rute:
Stark, höchstens bis etwas unter die Sprunggelenke reichend, sehr dicht und buschig behaart, aber nicht fahnenförmig. Wenn der Hund still steht und nicht erregt ist, soll er die Rute abwärts hängend tragen, am Ende eventuell etwas gebogen halten. In der Bewegung darf er sie gerade ausgestreckt mit einer leichten Biegung des Endes nach oben tragen...

Größe:
Die Schulterhöhe der Landseers darf schwanken:
bei Rüden durchschnittlich zwischen 72 und 80 cm,
bei Hündinnen durchschnittlich zwischen 67 und 72 cm,
Kleinere Variationen nach unten oder oben sind zu tolerieren.

 

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